Frère Roger

1915 - 2005

Am 16. August 2005 wurde der Prior und Gründer der ökumenischen Bruderschaft Taizé während des Abendgebetes mit ca. 2.500 Teilnehmern erstochen.

Frère Roger bot mit seiner Gemeinschaft vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine religiöse Heimat. In Taizé finden viele junge Menschen eine spirituelle Basis, die diese in ihren eigenen Kirchen vermissen. Frère Roger hat es immer vermieden aus dieser Gemeinschaft eine eigene Kirche zu gründen, sondern stand mit ihr in den Kirchen, denen die Brüder und Besucher angehörten. Anliegen Frère Rogers war es nie zu spalten, sondern mit Liebe und Verständnis zur Versöhnung der Kirchen untereinander beizutragen.

Frère Roger wurde 1915 als eines von 9 Kindern in der Schweiz geboren und gehörte der reformierten Kirche an. Nach einem Studium der Theologie ließ er sich am Ende des zweiten Weltkrieges in Taizé nieder. Hier lebte er zunächst allein im Gebet und versorgte erst Verfolgte der Nazis und dann Kriegsgefangene.

Nach einiger Zeit gründete er den Orden von Taizé dessen Regel von der Regel des Hl. Benedikt von Nursia beeinflusst ist.

Frère Roger war offizieller Beobachter des Zweiten Vatikanischen Konzils und befreundet mit allen Päpsten seit Johannes XXIII. Mit dem verstorbenen Papst Johannes Paul II verband ihn eine innige Freundschaft, die sich auch in häufigen Besuchen Frère Rogers bei ihm in Rom und einem Besuch Johannes Paul II. in Taizé zeigte. Johannes Paul II. sagte bei seinem Besuch in Taizé: "Nach Taizé zu kommen, ist, wie an eine Quelle zu kommen."

Den letzten öffentlichen Auftritt vor der Weltöffenltichkeit hatte Frère Roger bei der Beisetzung Johannes Paul II., wo ihm der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger die Kommunion austeilte, obwohl Frère Roger nicht der katholischen Kirche angehörte.

Heute leben in Taizé ca. 100 Brüder aus 25 Nationen.
Zu seinem Nachfolger bestimmte Frère Roger noch zu Lebzeiten den Deutschen Bruder Alois.

Volker Kroll